Ein Gwindel besteht aus vielen tafeligen Einzelkristallen, die parallel übereinandersitzen — aber jeder ein kleines Stück gegen den vorigen verdreht. Summiert über die ganze Säule ergibt das eine Torsion, die 90 Grad und mehr erreichen kann. Fachlich heißt das subparallele Verwachsung.
Gwindel wachsen in alpinen Zerrklüften: Spalten, die sich während der Gebirgsbildung öffneten und in denen heiße, kieselsäurehaltige Lösungen zirkulierten. Die Kristalle sitzen meist mit schmaler Basis an der Kluftwand und wachsen frei in den Hohlraum hinein.
Warum die Drehung? Eine offene Frage
Hier ist Ehrlichkeit angebracht: Es gibt mehrere Erklärungsversuche, aber keinen allgemein akzeptierten. Diskutiert wird ein Zusammenhang mit der Händigkeit des Quarzes — Quarzkristalle sind rechts- oder linksdrehend gebaut —, ebenso eine langsame Scherbewegung der Kluftwände während des Wachstums, die jede neue Lage minimal versetzt.
Auffällig ist, dass in einer Kluft meist alle Gwindel in dieselbe Richtung drehen. Das spricht für eine äußere Ursache und gegen eine reine Gittereigenschaft. Belegt ist es nicht.