Der Stiel wächst zunächst wie ein gewöhnlicher Quarz. Dann kommt das Wachstum zum Erliegen — die Lösung wird verbraucht, die Kluft schließt sich, die Temperatur fällt. Später, unter veränderten Bedingungen, setzt es wieder ein. Die neue Lösung ist stärker übersättigt oder anders zusammengesetzt, und der Kristall wächst nun schneller in die Breite als in die Länge.
Das Ergebnis setzt sich als Kopf auf den alten Kristall. Häufig bringt die zweite Phase auch andere Spurenelemente mit — Eisen etwa, das unter Einwirkung natürlicher Strahlung den Kopf violett werden lässt, während der Stiel klar bleibt.
Dieselbe Wachstumspause steckt hinter dem Phantomquarz. Der Unterschied liegt darin, was in der Pause passierte: Lagert sich Fremdmaterial auf den Flächen ab und wächst der Kristall danach in derselben Form weiter, entsteht ein Phantom. Ändert sich stattdessen die Wachstumsrichtung, entsteht ein Zepter.
Das umgekehrte Zepter
Seltener, aber es gibt es: Der aufgesetzte Teil ist dünner als der Stiel. Der Kristall läuft dann nach oben spitz zu wie ein angespitzter Bleistift. Ursache ist derselbe Ablauf mit umgekehrtem Vorzeichen — die zweite Phase war ärmer an gelöstem Material.