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Reinigen, aufladen, aufstellen - der Pflege-Guide
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Nadel- und Fadenquarz

Wenn ein Kristall fast nur in die Länge wächst

Nadelquarze sind extrem dünne, langgestreckte Kristalle mit einem Längenverhältnis von 10:1 und mehr. Sie entstehen, wenn wenig gelöste Kieselsäure zur Verfügung steht und der Kristall deshalb bevorzugt in Richtung seiner Hauptachse wächst statt in die Breite.

Ein Quarz muss nicht gedrungen sein. Unter bestimmten Bedingungen wird er so dünn wie eine Stecknadel und dabei mehrere Zentimeter lang — Kristalle, die man eher für Glasfasern halten würde als für Bergkristall.

Beim Begriff Fadenquarz wird es unsauber, weil damit zwei völlig verschiedene Dinge gemeint sein können. Der Unterschied lohnt sich, denn er entscheidet darüber, was man eigentlich vor sich hat.

Echt, behandelt oder gezüchtet?

Nadel- und Fadenquarze werden praktisch nie nachgemacht — der Aufwand stünde in keinem Verhältnis zum Preis. Vorsicht ist eher beim Zustand geboten: Nadeln brechen leicht, und abgebrochene Spitzen werden gelegentlich stillschweigend als vollständig verkauft. Ein Blick entlang der Nadel gegen das Licht zeigt, ob die Spitze wirklich noch ausgebildet ist.

Wie es entsteht

Ob ein Kristall gedrungen oder nadelig wächst, entscheidet das Verhältnis von Nachschub zu Wachstumsgeschwindigkeit. Ist reichlich gelöste Kieselsäure vorhanden, wachsen alle Flächen gleichmäßig, und es entsteht die vertraute Sechskantsäule. Wird der Nachschub knapp, setzt sich die energetisch günstigste Richtung durch — beim Quarz die c-Achse. Der Kristall streckt sich, ohne dicker zu werden.

Typisch ist das für alpine Klüfte: enge Spalten, in denen nur wenig Lösung zirkuliert, dazu niedrige Temperaturen und viel Zeit. Die Nadelquarze aus dem Tessin sind dafür das Lehrbuchbeispiel.

Der zweite Fadenquarz: eine verheilte Bruchlinie

Der Fadenquarz im engeren Sinn — im Handel oft als Faden Quartz aus Pakistan angeboten — ist gar nicht dünn. Er ist meist tafelig und trägt in seinem Inneren eine milchig-weiße Linie, die wie ein eingelegter Faden aussieht.

Diese Linie ist eine Narbe. Der Kristall ist während seines Wachstums immer wieder aufgerissen, weil sich das Gestein bewegte, und jedes Mal wieder verheilt. In der Bruchzone blieben winzige Flüssigkeitseinschlüsse zurück, die das Licht streuen — daher das Milchige. Ein Fadenquarz ist damit ein Kristall, dem man ansieht, dass er unter tektonischer Bewegung gewachsen ist.

Woran man es erkennt

Nadelquarz: Länge zu Breite deutlich über 10:1, meist glänzend und wasserklar, häufig in Büscheln oder Garben auf einer Unterlage. Trotz der Zerbrechlichkeit sind die Spitzen sauber ausgebildet.

Fadenquarz: tafeliger Kristall mit einer durchgehenden, milchigen Linie, die von einer Kante zur anderen läuft. Oft sitzen mehrere Kristalle wie Perlen auf demselben Faden.

Die häufigste Verwechslung: Zeolithe

Natrolith, Mesolith und Skolezit bilden ganz ähnliche weiße Nadelbüschel, sind aber keine Quarze. Der Unterschied lässt sich messen: Zeolithe haben Härte 5 bis 5,5 und lassen sich mit einer Stahlnadel ritzen, Quarz mit Härte 7 nicht. Zeolithnadeln sitzen außerdem meist in Basalt-Hohlräumen, Nadelquarze in alpinen Klüften.

Stücke mit dieser Wachstumsform

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