Damit ein Kristall an beiden Enden wachsen kann, muss die nährende Lösung ihn von allen Seiten erreichen. Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Situationen.
Die erste ist weiches Sediment: Der Kristall bildet sich in Ton, Lehm oder Mergel. Das Material ist nachgiebig genug, dass es kein Wachstumshindernis darstellt, und gleichzeitig fein genug, dass die Lösung zirkulieren kann. Der Kristall liegt darin eingebettet wie eine Frucht im Teig.
Die zweite ist ein kleiner, ganz mit Lösung gefüllter Hohlraum. Die bekanntesten Beispiele sind die sogenannten Herkimer-Diamanten aus dem Bundesstaat New York — kurze, gedrungene Bergkristalle mit brillantem Glanz, die in Hohlräumen eines Dolomitgesteins gewachsen sind. Mit Diamant haben sie nichts zu tun; der Name kommt allein vom Glanz.
Beides erklärt auch, warum Doppelender meist klein bleiben: Ein Kristall, der nirgends aufsitzt, hat begrenzten Raum und begrenzten Nachschub. Große, saubere Doppelender sind deshalb ungleich seltener als große Einzelspitzen.