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Reinigen, aufladen, aufstellen - der Pflege-Guide
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Fenster- und Skelettquarz

Wenn die Kanten schneller wachsen als die Flächen

Beim Skelettwachstum bleiben die Flächenmitten hinter den Kanten zurück, sodass eingesunkene, treppenartige oder fensterartig offene Flächen entstehen. Ursache ist rasches Wachstum bei starker Übersättigung — an Ecken und Kanten kommt schlicht mehr Material an als in der Flächenmitte.

Ein Fensterquarz sieht aus, als hätte jemand die Kristallflächen von innen ausgehöhlt: Die Kanten stehen scharf hervor, die Flächen dazwischen sind eingesunken, manchmal bis zur echten Öffnung. Das wirkt wie ein Schaden, ist aber das Gegenteil — es ist die Handschrift eines besonders schnellen Wachstums.

Echt, behandelt oder gezüchtet?

Skelettwachstum lässt sich nicht vortäuschen — wohl aber nachahmen: Geätzte Quarze, bei denen mit Flussäure Material herausgelöst wurde, sehen auf den ersten Blick ähnlich aus. Der Unterschied liegt im Glanz. Gewachsene Skelettflächen glänzen wie der übrige Kristall, geätzte Flächen wirken matt und kreidig. Wer unsicher ist, dreht das Stück ins Streiflicht.

Wie es entsteht

Ein wachsender Kristall zehrt seine Umgebung leer. Direkt vor einer Kristallfläche sinkt die Konzentration der gelösten Bausteine, und neues Material muss erst dorthin nachdiffundieren. Ecken und Kanten haben dabei einen Vorteil: Sie ragen in die Lösung hinein und werden aus mehreren Richtungen gleichzeitig versorgt.

Bei gemächlichem Wachstum gleicht sich das aus. Geht es schnell — weil die Lösung stark übersättigt ist oder rasch abkühlt —, reicht die Zeit nicht: Die Kanten eilen voraus, die Flächenmitten bleiben zurück. Es entsteht ein Gerüst aus Kanten mit vertieften Feldern dazwischen, im Extremfall mit durchgehenden Fenstern.

Derselbe Vorgang ist von Steinsalz bekannt, das dabei Trichterwürfel bildet, und von Schneeflocken, deren verzweigte Arme aus genau demselben Grund entstehen. Skelettwachstum ist also keine Quarz-Eigenheit, sondern ein allgemeines Gesetz.

Elestial — ein Handelsname, kein Fachbegriff

Stark skelettierte Quarze mit vielen übereinandergesetzten Spitzen werden im Handel gern Elestial genannt, meist bei Rauchquarz. Mineralogisch ist das dieselbe Sache: Skelettwachstum, oft mit mehreren Wachstumsphasen. Der Name klingt nur besser.

Woran man es erkennt

Erhabene, scharfe Kanten mit eingesunkenen Flächen dazwischen. Die Vertiefungen sind treppenartig gestuft, nicht muschelig — daran unterscheidet man sie von Bruchstellen. Ein Bruch ist frisch und glasig, eine Skelettfläche ist gewachsen und trägt denselben Glanz wie der Rest des Kristalls.

Bei echten Fenstern schaut man durch den Kristall hindurch in einen Hohlraum. Häufig sitzen darin kleinere Kristalle oder Flüssigkeitseinschlüsse.

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