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Einschlüsse im Quarz

Rutil, Turmalin und Chlorit — Fremdminerale im Kristall

Einschlüsse sind Fremdminerale, die beim Wachstum vom Quarz umschlossen wurden. Rutil bildet goldene Nadeln, Turmalin schwarze Stäbe, Chlorit grüne Wolken — der Quarz ist dabei nur das durchsichtige Gehäuse.

Quarz ist im Reinzustand farblos und langweilig. Interessant wird er durch das, was er beim Wachsen aufgesammelt hat: Nadeln, Wolken, Flüssigkeitstropfen, ganze kleine Kristalle anderer Minerale.

Und weil der Quarz durchsichtig ist, bleibt all das sichtbar — eingefroren in der Position, die es hatte, als es umschlossen wurde. Ein eingeschlossenes Mineral ist ein Zeitzeuge dessen, was am Fundort sonst noch vorhanden war.

Echt, behandelt oder gezüchtet?

Ist Goldfluss ein Rutilquarz?

Nein, und das ist die häufigste Verwechslung in diesem Bereich. Goldfluss ist Glas, in das beim Erschmelzen Kupferplättchen eingebracht wurden. Es funkelt kräftiger und regelmäßiger als jeder Rutilquarz, und die Plättchen sind flach und gleich groß, während Rutil aus unterschiedlich langen Nadeln besteht. Ein Blick gegen das Licht genügt meist: Glas hat oft runde Gasbläschen, Quarz nicht.

Warum heißt Chlorit-Quarz auch Gartenquarz?

Weil die grünen Einlagerungen an Moos, Farn oder eine kleine Landschaft erinnern. Der Name ist reine Handelsbezeichnung, ebenso wie Garden Quartz oder Lodolith. Mineralogisch handelt es sich schlicht um Quarz mit Chlorit-Einschlüssen. Solche Namen sind nicht falsch, sie beschreiben nur das Aussehen und nicht den Stoff — das sollte man wissen, wenn man vergleicht.

Machen Einschlüsse einen Kristall weniger wertvoll?

Bei geschliffenen Edelsteinen mindern Einschlüsse den Wert. Bei Sammlerstücken ist es genau umgekehrt: Ein Quarz mit klar erkennbaren Rutilnadeln ist gesuchter als ein makelloser. Der Einschluss belegt natürliches Wachstum und macht jedes Stück unverwechselbar — zwei identische gibt es nicht.

Wie es entsteht

Es gibt zwei Wege, wie ein Fremdmineral in den Quarz gelangt — und man sieht ihnen an, welcher es war.

Beim ersten war das andere Mineral zuerst da. Rutilnadeln und Turmalinstäbe sind bereits gewachsen, wenn der Quarz sich um sie herum bildet. Deshalb durchziehen sie den Kristall in beliebiger Richtung, ragen manchmal an einer Fläche heraus und wirken, als seien sie hineingesteckt worden. Rutil ist Titandioxid und bildet feine, goldene bis kupferrote Nadeln; die dichten Büschel tragen im Handel den Namen Venushaar.

Beim zweiten Weg lagert sich das Material während des Wachstums auf den Kristallflächen ab und wird überwachsen. So entsteht der Chlorit-Quarz, der als Gartenquarz oder Garden Quartz gehandelt wird: grüne, moos- oder landschaftsähnliche Gebilde im Inneren, die tatsächlich früheren Kristalloberflächen folgen. Er ist damit nah mit dem Phantomquarz verwandt — nur unregelmäßiger.

Ein dritter Fall sind Flüssigkeitseinschlüsse: winzige Hohlräume, in denen die ursprüngliche Wachstumslösung eingeschlossen blieb, manchmal mit einer beweglichen Gasblase. Sie sind der direkteste Beleg dafür, dass Kristalle aus Wasser wachsen.

Woran man es erkennt

  • Rutil: feine, gerade, metallisch glänzende Nadeln in Gold bis Rotbraun, oft sternförmig verzweigt.
  • Turmalin: schwarze, mattere Stäbe, meist dicker als Rutilnadeln und häufig zerbrochen.
  • Chlorit: grüne, wolkige oder flächige Partien, nie nadelförmig.
  • Echte Einschlüsse liegen im Inneren — dreh den Kristall: Sie wandern nicht mit der Oberfläche, sondern verschieben sich perspektivisch.

Nicht verwechseln mit Rissen. Ein innerer Sprung zeigt im richtigen Winkel Regenbogenfarben, weil sich das Licht an der dünnen Luftschicht bricht. Das ist kein Einschluss, sondern eine Verletzung — hübsch anzusehen, aber eine Sollbruchstelle.

Stücke mit dieser Wachstumsform

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