Ein wachsender Kristall zehrt seine Umgebung leer. Direkt vor einer Kristallfläche sinkt die Konzentration der gelösten Bausteine, und neues Material muss erst dorthin nachdiffundieren. Ecken und Kanten haben dabei einen Vorteil: Sie ragen in die Lösung hinein und werden aus mehreren Richtungen gleichzeitig versorgt.
Bei gemächlichem Wachstum gleicht sich das aus. Geht es schnell — weil die Lösung stark übersättigt ist oder rasch abkühlt —, reicht die Zeit nicht: Die Kanten eilen voraus, die Flächenmitten bleiben zurück. Es entsteht ein Gerüst aus Kanten mit vertieften Feldern dazwischen, im Extremfall mit durchgehenden Fenstern.
Derselbe Vorgang ist von Steinsalz bekannt, das dabei Trichterwürfel bildet, und von Schneeflocken, deren verzweigte Arme aus genau demselben Grund entstehen. Skelettwachstum ist also keine Quarz-Eigenheit, sondern ein allgemeines Gesetz.
Elestial — ein Handelsname, kein Fachbegriff
Stark skelettierte Quarze mit vielen übereinandergesetzten Spitzen werden im Handel gern Elestial genannt, meist bei Rauchquarz. Mineralogisch ist das dieselbe Sache: Skelettwachstum, oft mit mehreren Wachstumsphasen. Der Name klingt nur besser.