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Amethystdruse & Geode

Wie Kristalle in einem Hohlraum wachsen

Eine Druse ist ein Hohlraum, dessen Wände von innen mit Kristallen bewachsen sind. Sie entsteht, wenn eine Gasblase in erstarrender Lava später von kieselsäurehaltigen Lösungen durchströmt wird — die Kristalle wachsen dann von außen nach innen.

Eine aufgesägte Amethystdruse zeigt dir ihre eigene Entstehung im Querschnitt — man muss nur wissen, in welcher Reihenfolge man sie liest. Von außen nach innen ist es eine Zeitachse: Was am Rand liegt, kam zuerst.

Und genau daraus ergibt sich auch, warum eine Druse so aussieht, wie sie aussieht: warum die Kristalle nach innen zeigen, warum sie zur Mitte hin größer werden und warum der Rand oft gestreift ist.

Echt, behandelt oder gezuechtet?

Was ist der Unterschied zwischen Druse und Geode?

Beide bezeichnen einen mit Kristallen ausgekleideten Hohlraum. Als Geode bezeichnet man üblicherweise den allseits geschlossenen, rundlichen Körper, den man aufsägen oder aufschlagen muss. Druse ist der weitere Begriff und meint jeden kristallbesetzten Hohlraum, auch ein offenes Teilstück. Im Handel werden die Wörter oft synonym benutzt — ein Qualitätsunterschied steckt nicht dahinter.

Warum ist der Rand einer Druse gestreift?

Weil sich die Kieselsäure in Schüben abgeschieden hat. Jede Lage entspricht einer Phase mit leicht anderer Zusammensetzung — daher die Farbunterschiede. Kräftig blaue, pinke oder grüne Streifen sind allerdings ein Warnzeichen: Achat nimmt Farbstoffe gut auf, und gefärbte Scheiben sind im Handel verbreitet. Natürliche Töne bleiben in Grau, Weiß, Braun und Rot.

Wo stellt man eine Amethystdruse am besten auf?

Nicht in die direkte Sonne — und das hat einen handfesten Grund, der mit dem Wachstum zu tun hat. Das Violett des Amethysts beruht auf Farbzentren, die durch natürliche Strahlung im Gestein entstanden sind. UV-Licht baut sie wieder ab. Eine Druse, die jahrelang auf der Südfensterbank steht, verliert sichtbar an Farbe, und das lässt sich nicht rückgängig machen. Ein heller Platz ohne direkte Sonne ist ideal.

Kann eine Amethystdruse gefärbt sein?

Der Amethyst selbst wird praktisch nie gefärbt — das funktioniert bei Quarz kaum. Häufiger ist das Gegenteil: Erhitzt man eine Amethystdruse, wird sie orange und wird als Citrindruse verkauft. Erkennbar bleibt sie am typischen Amethyst-Aufbau. Gefärbt wird dagegen häufig die Achatzone am Rand und gelegentlich das Muttergestein, damit der Kontrast kräftiger wirkt.

Wie es entsteht

Am Anfang steht eine Gasblase. In einem Lavastrom — bei den großen Vorkommen in Uruguay und Südbrasilien war das vor rund 130 Millionen Jahren — sammeln sich Gase in Hohlräumen, während das Gestein um sie herum erstarrt. Zurück bleibt eine Blase im Basalt.

Millionen Jahre später sickert Wasser durch das Gestein, das gelöste Kieselsäure mitführt. In der Blase scheidet sie sich an der Wand ab — zuerst als feinkörniger Chalcedon in dünnen Lagen, die dem Rand seine typische Streifung geben. Das ist die Achatzone.

Erst danach, bei langsamerem Wachstum und mehr Platz, bilden sich richtige Kristalle. Sie sitzen mit dem Fuß auf der Wand und wachsen frei in den Hohlraum hinein — deshalb zeigen alle Spitzen zur Mitte. Wo Eisen in Spuren eingebaut wird und natürliche Strahlung aus dem Umgebungsgestein einwirkt, entsteht Violett: Amethyst.

Dass die Kristalle zur Mitte hin größer werden, hat einen einfachen Grund: Am Anfang keimen sehr viele nebeneinander, aber nur die, deren Spitze günstig steht, haben Platz weiterzuwachsen. Die anderen werden überwachsen. Was du siehst, sind die Gewinner dieser Konkurrenz.

Woran man es erkennt

  • Alle Kristallspitzen zeigen nach innen — sie sind nachträglich nicht so anzuordnen.
  • Der Rand trägt feine, parallele Lagen (Achat), die der Form des Hohlraums folgen.
  • Die Kristalle werden zur Mitte hin größer und klarer.
  • Außen sitzt oft noch dunkles Muttergestein — Basalt oder Melaphyr.
  • Das Violett ist ungleichmäßig verteilt: kräftig in den Spitzen, blasser zum Fuß.

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